Mit dem deutschen Überfall auf Polen im September 1939 begann nicht nur der Zweite Weltkrieg in Europa, sondern es begann auch die schrittweise Vernichtung der europäischen Juden durch Einheiten des Deutschen Reichs und der mit ihm verbündeten Staaten. Das Gebiet des besetzten Polens und die westlichen Gebiete der besetzten Sowjetunion wurden Schauplätze der massenhaften Ermordung europäischer Juden. Im Mittelpunkt des Seminares steht die Frage, wie sich die Entwicklung von mobilen Einsatzgruppen des SD hin zu speziell errichteten Vernichtungslagern der SS vollzog und wie die mit dem Deutschen Reich verbündeten Staaten, aber auch die vom Deutschen Reich besetzten lokalen Gesellschaften auf die Verfolgung, Verschleppung und Ermordung der jüdischen Bevölkerung reagierten.

Literatur

Christian GERLACH: Kalkulierte Morde. Die deutsche Wirtschafts- und Vernichtungspolitik in Weißrussland 1941 bis 1944. Hamburger Edition, Hamburg 1999.

Mark MAZOWER: Hitler's Empire. Nazi Rule in occupied Europe, London 2008.

Dieter POHL: Nationalsozialistische Judenverfolgung in Ostgalizien 1941 - 1944: Organisation und Durchführung eines staatlichen Massenverbrechens (=Studien zur Zeitgeschichte, 50), München 1996.

Timothy SNYDER: Bloodlands. Europe between Hitler and Stalin, New York 2010.

Jörg BABEROWSKI: Gewalträume. Soziale Ordungen im Ausnahmezustand, Frankfurt am Main 2012.

Kai STRUVE: Deutsche Herrschaft, ukrainischer Nationalismus, antijüdische Gewalt. Der Sommer 1941 in der Westukraine, Berlin 2015.

Zielgruppe

Grundstudium LA GHR; LA Gym; BA; BA-AKWI-F

Modul: P4, P4b