Neuere Ansätze der VWL (Glücksforschung) untersuchen den Zusammenhang zwischen steigendem Einkommen und Wohlergehen und kommen zu dem Ergebnis, dass selbst wenn die Zunahme des BIP zu einer Steigerung des objektiven Wohlstands führt, dies nicht gleichbedeutend ist, dass es den Menschen bessergeht. Nicht der objektive Wohlstand, gemessen am Materiellen, sondern das subjektive Wohlbefinden ist das, was letztlich zählt, wobei hier natürlich materielle Dinge eine Rolle spielen. Dies findet sich bei Adam Smith, aber auch schon bei Aristoteles („Glück ist das letzte Ziel menschlichen Handelns“). Das interdisziplinäre Gebiet der Glücksforschung (VWL, Soziologie, Psychologie) hat bislang interessante Einsichten über das Glück und deren Einflussfaktoren hervorgebracht. Empirisch gesehen spielen auf individueller Ebene neben dem Einkommen noch stärker die Arbeitslosigkeit oder das relative Einkommen (gegenüber Menschen in derselben Firma, Nachbarschaft, etc.) eine wichtige Rolle. Makroökonomisch beeinflussen zum Beispiel die Einkommensungleichheit, das politische System und die Sozialausgaben das durchschnittliche Glücksempfinden. Die Ergebnisse können zu wirtschaftspolitischen Empfehlungen beitragen.

Aufbauend auf diesen Inhalten werden in der ersten Veranstaltung Themen angeboten, die von den Studierenden noch modifiziert werden können. Das Ziel des Proseminars ist es, neben dem Inhalt die Arbeit mit wissenschaftlicher Literatur sowie die Erstellung einer eigenen Seminararbeit näherzubringen. Darüber hinaus sollen die Kompetenzen in einer Präsentation vorgestellt und diskutiert werden. Die Seminararbeiten und Präsentationen können auf Deutsch und Englisch bearbeitet werden.