Spielfilme mit historischen Inhalten wie „Braveheart” oder „Der Untergang” ziehen genauso ein großes Publikum in die Kinos wie Dokumentationen wie der aufwendige Mehrteiler „Die Deutschen” zur „Prime Time” laufen und dem ZDF eine unglaublich hohe Einschaltquote bescherten. Es ist wohl nicht verfehlt zu sagen, dass Geschichte in Film und Fernsehen seit Jahren einen Boom erlebt. Demgegenüber stehen Historiker diesem Trend eher skeptisch gegenüber und bezweifeln den (Mehr-)Wert dieser Produktionen für die Vermittlung von Geschichte. In der als Blockveranstaltung konzipierten Übung soll genau diese Ambivalenz zum Thema gemacht werden. Zu diesem Zweck wird eine repräsentative Auswahl an Spiel- und Dokumentarfilmen im Hinblick auf ihren historischen Gehalt und die Authentizität ihrer Ausstattung analysiert. Dabei stehen neben ihrer historischen Handlung auch ihre formalen Elemente (Schnitt, Ton, Musik, Kameraführung, Perspektive usw.) und die Wirkung im Fokus, die die Filmemacher bei ihren Zuschauern erzielen wollen. Von den Teilnehmerinnen und Teilnehmern wird erwartet, dass sie einen ausgewählten Spiel- oder Dokumentarfilm nach den genannten Aspekten, sprich filmtechnisch-formal und historisch-inhaltlich, kritisch vorstellen und besprechen. Der Besuch Vorbesprechung ist genauso obligatorisch wie der Besuch der insgesamt dreitägigen Blockveranstaltung.

Literatur

Fischer, Thomas; Rainer Wirtz (Hrsg.): Alles authentisch? Popularisierung der Geschichte im Fernsehen, Konstanz 2008.

Mikos, Lothar, Film- und Fernsehanalyse, Konstanz 2008.

Peltzer, Anja, Identität und Spektakel. Der Hollywood-Blockbuster als globaler erfolgreicher Identitätsanbieter, Konstanz 2011.