Mit den Epen Homers und den Tragödien und Komödien des 5. und frühen 4. Jahrhunderts schufen die Griechen Grundformen der europäischen Literatur. Neben diese Formen traten in der Umbruchszeit vom 7. bis 5. Jahrhundert Texte einer weiteren Kategorie, die man heute meist unter dem Begriff "Lyrik" zusammenfasst. Es handelt sich dabei um ein thematisch und formal sehr breit gefächertes Spektrum von Texten, deren Gemeinsamkeit darin besteht, dass sie in der Regel mit Instrumentalbegleitung entweder als Sologesang oder als Chorgesang realisiert worden sind. Zwar ist der Großteil der Texte heute verloren oder nur in Fragmenten erhalten, aber selbst die kümmerlichen Fragmente sind von solcher Qualität, dass sich eine intensive Beschäftigung mit ihnen noch immer lohnt. Die noch heute bekannten klangvollen Namen Sappho, Alkaios, Pindar, Solon oder Anakreon legen davon Zeugnis ab. Im Kurs werden ausgewählte Gedichte und Fragmente nach häuslicher Vorbereitung gemeinsam aus dem Griechischen übersetzt, besprochen und kontextualisiert. Der Kurs soll der Einführung dienen und einen Überblick über Sprache, Autoren, Themen, Metrik und Rezeption vermitteln.