Als Anforderungen an zukünftige Lehrerinnen und Lehrer werden in Studium und Referendariat bestimmte didaktische Theorien zugrunde gelegt, an denen sich jene orientieren sollen und nach denen sie bewertet werden, wie die von Wolfgang Klafki, Hilbert Meyer oder dem pädagogischen Konstruktivismus. Dabei haben die pädagogischen Diskussionen und ihre praktische Anwendung kaum Notiz genommen von der grundsätzlichen Kritik, dass die Modifikationen, die die Didaktik mit ihrem Gegenstand vornimmt, seine Erkenntnis eher verhindert als befördert. Im Seminar soll diese Kritik, wie sie etwa von Christoph Türcke, Andreas Gruschka oder Ludwig Pongratz geäußert wurde, Gegenstand der Diskussion sein sowie die Überlegung, ob ein anderes Nachdenken über Bildung möglich ist, das auf die Erkenntnistheorie der klassischen deutschen Philosophie zurückgreift.