Vor 1000 Jahren herrschte mit Heinrich II. ein Kaiser, an dem sich die Gemüter schieden. Einigen galt er, der im Februar 1002 in Polling den Leichenzug des im Vormonat in Paterno (Latium) verstorbenen Kaisers Otto III. empfangen und die Herausgabe der Herrschaftsinsignien erzwungen hatte, als invasor regni. Andere sahen den 1014 zum Kaiser Gekrönten – wie die Miniaturen im Werk Joachims von Fiore zeigen – sogar als einen der sieben Köpfe des apokalyptischen Drachen (ein Schicksal, das er übrigens mit Herodes und Nero teilt). Und doch gelang Heinrich II. etwas, das kaum einem Kaiser vergönnt war: Er wurde im Jahre 1146 durch Papst Eugen III. heiliggesprochen. Diese außergewöhnliche Herrscherpersönlichkeit mit ihren Erfolgen und Misserfolgen, Verdiensten und Versäumnissen sowie ihren Relationen zur französischen, burgundischen, transalpinen und osteuropäischen Geschichte einmal intensiver zu beleuchten, scheint dementsprechend sehr lohnenswert.

Das Proseminar will in die Methodik und Propädeutik des Fachs einführen. Weiter sollen Grundzüge wichtiger historischer Hilfswissenschaften und die grundlegenden Hilfsmittel des Historikers vorgestellt werden.