Der ursprünglich aus der Wirtschaftspsychologie stammende Begriff der Kompetenz hat an den Schulen den der Bildung weitgehend abgelöst. Je nach Definition wird Kompetenz dabei so weit gefasst, dass sie nicht nur Wissen und kognitive Fähigkeiten umfassen soll, sondern auch einen konformen Willen, effektive Emotionsregulierung sowie erwünschtes Sozialverhalten. Nur wenn das Subjekt all dies empirisch wahrnehmbar realisiert, so die Annahme, lasse sich davon sprechen, dass es kompetent sei.
Im Seminar wollen wir Geschichte und Theorie dieses Konzepts nachvollziehen mit dem Ziel, uns in ein reflektiertes Verhältnis zu gegenwärtigen bildungspolitischen Entwicklungen zu setzen. Dabei wollen wir uns auch die Gegenwart des Kompetenzbegriffs in Kernlehrplänen und Unterrichtsentwürfen vergegenwärtigen. In letzteren wurden beispielsweise Lernziele durch sogenannte Stufen des Kompetenzaufbaus ersetzt. So ließe sich fragen, welche Konsequenzen dieser erst einmal terminologische Wandel für Bildung heute hat. Hierbei wollen wir die lehrerbildenden Fächer möglichst in der Breite und entsprechend der Interessen der Seminarteilnehmer*innen näher betrachten.