Die Lehrveranstaltung setzt sich aus einem theoretischen und einem praktischen Teil zusammen. Wesentlicher Inhalt des Theorieblocks ist eine Einführung in die Epigraphik, Numismatik und Papyrologie. Im Praxisteil wird der Umgang mit diesen so wichtigen Quellen der Alten Geschichte geübt. Gegenstand der Epigraphik ist die Beschäftigung mit Inschriften auf Objekten verschiedenster Art. Das Spektrum der Inschriftengattungen reicht von Gesetzestexten und Verträgen über Grab- und Bauinschriften bis hin zu Zeugnissen des staatlichen und privaten Alltags. So erlauben uns Inschriften beispielsweise Einblicke in Verwaltungsentscheidungen, die Rechtssetzung, die Verbreitung von Kulten, die militärische Präsenz in bestimmten Regionen, gesellschaftliche und administrative Strukturen, politische und militärische Laufbahnen. Die Numismatik ist die wissenschaftliche Erforschung von Münzen und münzähnlichen Stücken. Die aus Münzen zu gewinnenden Erkenntnisse sind vielfältig. Münzfunde können Auskunft über Handelswege und -beziehungen, über wirtschaftliche Entwicklungen, Herrschaftsideologien und -programme, bestimmte Ereignisse und ihre offizielle Bewertung, das Aussehen verlorener Kunstwerke sowie Kulte und Kultpraktiken geben. Die Papyrologie (Papyruskunde) beschäftigt sich, wie schon der Name besagt, hauptsächlich mit Papyri, ferner mit Texten auf Ostraka (Tonscherben) und Holztafeln, z.T. auch mit Inschriften. Das inhaltliche Spektrum der erhaltenen Papyri und damit die Erkenntnismöglichkeiten sind breitgefächert. Die Papyrusrolle war bis ins 2. Jh. n. Chr. die typische Buchform, wesentlich häufiger sind jedoch die dokumentarischen Papyri, die viele Erkenntnisse über den Alltag ermöglichen. So bieten Briefe, Verträge, Testamente, Rechnungs- und Kreditunterlagen, Geschäfts-, Kauf-, Pachturkunden, Rechtsentscheidungen, Schreibübungen, kultische und andere religionsbezogene Texte breite Einblicke in die Sozial-, Wirtschafts-, Verwaltungs-, Rechts- und Religionsgeschichte.